Die Goldschmiede Backhaus

besteht seit dem 1. September 1987.

 

 

Noch während der Meisterausbildung bekam Markus Backhaus die Möglichkeit, die Produktionsstätte eines Schmuckherstellers zu erwerben. Im Januar 1987 waren die Verhandlungen abgeschlossen und der Kaufvertrag unterschrieben.

Goldschmiedemeister Markus Backhaus

 

Als werdender Handwerksmeister wollte der damals 22-jährige Goldschmied natürlich eine Goldschmiede mit handwerklichem Leistungsprofil etablieren und musste dazu verschiedene Hürden des sozialistischen Wirtschaftssystems überwinden.

 

Er hatte Glück, dass der damalige Leiter der Örtlichen Versorgungswirtschaft (vergleichbar mit dem heutigen Gewerbeamt) sein Anliegen unterstützte. Die Handwerkskammer und die Goldschmiede-Innung des Bezirkes Erfurt befürworteten das Vorhaben und so konnte der frischgebackene Goldschmiedemeister im Mai 1987 einen Antrag auf die erforderliche Be- und Verarbeitungsgenehmigung für Edelmetalle bei dem zuständigen Ministerium in Berlin stellen.

 

Erst nach Erhalt dieser Genehmigung konnte Markus Backhaus die Bilanzierung eines Edelmetall-Kontingentes beantragen.

 

Es folgte eine Zeit angespannten Wartens. Wieviel Gramm Gold und Silber würde man kaufen dürfen? Und würde man die notwendige Investition erwirtschaften können? Immerhin hatte Gold damals einen staatlich festgelegten Preis von 210,00 DDR-Mark pro Gramm. Das entsprach ca. 1/3 eines durchschnittlichen Monatslohnes eines Arbeiters.

 

Die Wartezeit nutzte Markus Backhaus für notwendige Renovierungsarbeiten und die Modernisierung und Anpassung der Goldschmiedewerkstatt. In Heimarbeit fertigte sein Vater 13 Maschinen und Geräte, die man aufgrund der Mangelwirtschaft damals nicht zu kaufen bekam.

 

Nach einigen Wochen kam dann die Mitteilung, dass der Erwerb von 40 Gramm Feingold und 2000 Gramm Feinsilber im Laufe eines Kalenderjahres gestattet waren. Das war nicht viel! Aber das der Unternehmensstart in der Schmuck-Branche in einer chronisch krisengeschüttelten Planwirtschaft nicht leicht sein würde, war dem jungen Goldschmiedemeister von vornherein klar. Wenigstens waren die Edelmetalle und auch eine kleinere Stückzahl unterschiedlicher Edelsteine sofort lieferbar.

 

Ende August waren die für die Schmuckherstellung benötigten Materialien eingetroffen und Markus Backhaus konnte mit der Anfertigung von Echt-Schmuck in der eigenen Goldschmiedewerkstatt beginnen.

 

Goldschmiedemeister Markus Backhaus

Als der Jungunternehmer am 15. September 1987 zum ersten Mal seinen Betrieb für die Kundschaft öffnete, stand bereits 1 Stunde vor der Öffnungszeit eine Schlange vor seinem Schmuckgeschäft. Am Abend desselben Tages war die Auftragskiste mit Arbeit für ein Vierteljahr gefüllt. Aufgrund des außerordentlich hohen Bedarfes an Dienstleistungen in der Schmuckbranche schrieb das Unternehmen bereits im Jahr 1988 schwarze Zahlen.

 

Im September 1989 nahm der Goldschmiedemeister Markus Backhaus die Abiturientin Barbara Rudolph als Lehrling in seinen Betrieb auf. Die junge Frau absolvierte die Ausbildung mit hervorragenden Leistungen und war insbesondere bezüglich der künstlerisch-kreativen Entwicklung des Unternehmens eine willkommene Bereicherung. Die Zusammenarbeit hatte sich innerhalb kurzer Zeit so gut entwickelt, dass Markus Backhaus die junge Goldschmiedin als Teilhaberin in den Handwerksbetrieb aufnahm. Dieser Entschluss war, kurz gesagt, ein „Griff in die Goldkiste“.

Ab 1995 firmierte die Goldschmiede Backhaus unter Backhaus & Rudolph GbR. Im April 1995 erfolgte der Umzug in neue Geschäftsräume in der Magdeburger Allee 25 in Erfurt.

 

Die beiden engagierten Handwerker etablierten ihre Schmuckfirma schnell als gefragten Geschäftspartner für eine Reihe von Juwelieren in Erfurt und Umgebung. Darunter befanden sich so renommierte Unternehmen wie „Christ – Uhrmacher und Juweliere“ und „Juwelier Jasper“.

Goldschmiede Markus Backhaus, Barbara Rudolph

Im Jahr 1996 übernahm die Backhaus & Rudolph GbR die Firma „Juwelier Brunhöber“ im historischen Stadtzentrum der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Das über 200 Jahre alte Gebäude in der Schlösserstraße 40 beherbergt noch heute die Goldschmiede Backhaus.

Goldschmiede Backhaus

Die Erweiterung des Betriebes war jedoch auf lange Sicht nicht so erfolgreich wie es zunächst schien. Deshalb entschlossen sich Barbara Rudolph und Markus Backhaus, die Betriebsstätte Magdeburger Allee zu schließen und verlegten auch die Werkstatt in die Schlösserstraße 40. Die beiden Goldschmiede konzentrierten sich wieder mehr auf das handwerkliche Leistungsprofil und konnten so die erfolgreiche Unternehmensgeschichte fortsetzen.

 

Das Jahr 2014 brachte einen unerwarteten Einschnitt in die Firmenhistorie als Barbara Rudolph bekanntgab, dass sie die Firma aus gesundheitlichen Gründen verlassen müsse, da sie den Beruf des Goldschmiedes nicht mehr ausüben konnte. Der Verkauf des gesamten Betriebes wurde erwogen. Nach reiflicher Überlegung entschied sich der Firmengründer Markus Backhaus jedoch, das Unternehmen als Einzelunternehmer weiterzuführen und kaufte die Unternehmensanteile von Frau Rudolph zurück. Deshalb wurde die Firma wieder umbenannt in „Goldschmiede Backhaus – Ihr Atelier für feine Pretiosen“.

Goldschmiede Backhaus, antike Ladeneinrichtung

 

Markus Backhaus legte den Fokus noch stärker auf die handwerklich-kreativen Qualitäten seiner Goldschmiedewerkstatt. So gelang es ihm im Bereich Individualanfertigung eine Reihe neuer Kunden hinzu zu gewinnen. Nun entstehen in der Goldschmiede Backhaus in erster Linie außergewöhnliche Unikate in Gold, Silber und Platin. Neben den allseits bekannten Edelsteinen Diamant, Smaragd, Rubin, Opal u.s.w. werden auch sehr seltene Mineralien wie zum Beispiel Sternsaphir, Demantoid oder Hackmanit verarbeitet. Nach wie vor stellen andere Naturmaterialien, wie hochwertige Edelhölzer und organische Schmucksteine eine inspirierende Bereicherung für das Design neuer Schmuckstücke dar.

 

Im September 2016 trat der in Erfurt lebende Amerikaner John-Michael Mendizza in die Firma ein und brachte neue, unschätzbare Impulse mit. Seine Mitarbeit gibt der erfolgreichen Unternehmensentwicklung zusätzlichen Schub. Unter anderem nahm die 1993 mit dem Kauf des ersten Computers ganz zaghaft begonnene Digitalisierung Fahrt auf, so dass heute u.a. auch 3D-CAD und digitales Zeichnen wertvolle Arbeitsinstrumente sind, die ganz neue Möglichkeiten schaffen. Durch das unterstützende Engagement John-Michael Mendizzas konnte Markus Backhaus das Jahr 2017 als das bisher wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seiner Laufbahn verbuchen.

 

Seit November 2017 wird das Team durch die junge Goldschmiedin Susann Blankenburg verstärkt. Eine weibliche Komponente in einer Branche deren Schlüsselelemente Ästhetik und Schönheit sind, ist von hohem Wert. Frau Blankenburgs Mitarbeit erweitert das kreative Spektrum zusätzlich und wird sowohl von den „Jungs“ in der Werkstatt als auch der Kundschaft ausgesprochen positiv wahrgenommen.

 

Mit jungen, hochtalentierten und engagierten Mitarbeitern ist die Goldschmiede Backhaus bestens für die Zukunft gerüstet und kann so erwartungsfroh den sich immer wieder verändernden Herausforderungen entgegensehen.